Schutz vor Geldentwertung

4: Eignen sich Immobilien als Inflationsschutz?

Grundsätzlich eignen sich Sachwerte als Schutz vor dem Vermögensverlust, den eine Inflation mit sich bringt. Dass diese kommt, glauben viele Experten. Thomas Straubhaar, Leiter des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, warnt vor „einer Geldentwertung zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr für die Zeit nach 2010“. Claus Vogt, Chefanalyst der Quirin Bank, prognostiziert eine Halbierung der deutschen Sparvermögen in den kommenden acht Jahren. Kommt es tatsächlich so schlimm, hat der Immobilienkäufer, der einen langfristigen Kredit zu festen Zinsen aufnimmt, gute Karten. Denn wenn die Preise steigen, ziehen mit Verzögerung auch die Einkommen an. Die Kreditsumme bleibt dagegen gleich. So fällt die Rückzahlung durch die Inflation leichter.

Doch Vorsicht! Nicht jede Immobilie erfüllt die Funktion eines Inflationsschutzes. Entscheidend ist, dass es sich um ein Objekt mit solider Substanz in guter Lage handelt, das den Käufer finanziell nicht überfordern darf. Wer darauf spekuliert, mit einem Schuldenberg sein Traumhaus in Bestlage zu kaufen, das er dann in einer Hyperinflation für ein Butterbrot abbezahlt, handelt blauäugig. Jene, die ihr Haus oder ihre Wohnung nicht selbst bewohnen, sondern vermieten, müssen bedenken, dass Mieten nicht automatisch der Inflation folgen. Das deutsche Mietrecht erlaubt Mieterhöhungen nur sehr eingeschränkt.

Da Immobilien unbeweglich sind, können ihre Eigentümer auch niemals dem Staat entkommen, indem sie etwa ins Ausland ausweichen. In der Vergangenheit haben Regierungen daher immer wieder ganz bewusst von ihnen hohe Steuern kassiert: 1923 wurde eine Hauszinssteuer eingeführt, 1948 folgten der Währungsreform Sondersteuern für Immobilieneigentümer, die bis 1979 bezahlt werden mussten.

5: Was bringt mehr Rendite – Immobilien, Festgeld oder Aktien?

Was über einen längeren Zeitraum mehr bringt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der Knackpunkt bei Vergleichen ist die Wertentwicklung der Immobilie. In einer Vergleichsrechnung des Münchner VZ Vermögenszentrums zeigte sich: Schafft es ein Immobilienkäufer auf Grund eines guten Timing, geschickter Verhandlungen oder einer erstklassigen Standortwahl, mit seinem Objekt eine Wertsteigerung von zwei Prozent pro Jahr zu erzielen, so muss ein Mieter eine Bruttorendite von fünf Prozent erreichen, um im Vermögensvergleich besser abzuschneiden. Das erscheint derzeit ambitioniert.

Anleihen über 20 bis 30 Jahre werfen nur rund vier Prozent Rendite ab. Lediglich Fonds mit deutschen Aktien schafften über die vergangenen 20 Jahre hinweg eine durchschnittliche Rendite von 5,6 Prozent. Internationale Aktienfonds kamen nur auf 4,8 Prozent, und Fonds mit europäischen Titeln schafften sogar nur 3,8 Prozent im Jahr. Und Festgeld bringt auf Jahressicht nicht mehr als ein bis zwei Prozent Zinsen.

6: Direktimmobilie oder Fondslösung – was ist besser?

Wer Substanzwerte wie Immobilien bevorzugt, kann sein Vermögen durch den Kauf einer vermieteten Eigentumswohnung oder eines Mietshauses diversifizieren. Der Direkterwerb scheitert freilich meist am hohen Kaufpreis. Zudem sind damit lästiger Verwaltungs- und Betreuungsaufwand verbunden. Obendrein kann der Ausfall nur eines Mieters schnell die Kreditraten unbezahlbar machen. Für kleinere Geldbeutel kommen als Alternative Offene und Geschlossene Immobilienfonds in Frage.

Bei Offenen Fonds liegt die Mindestanlagesumme um 100 Euro. Immobilien im Fondsmantel bieten dank ihrer internationalen Projektauswahl eine attraktive Risikostreuung. Allerdings sollten Anleger erst die gesetzlichen Änderungen abwarten, die den Offenen Immobilienfonds drohen.

Geschlossene Fonds erfordern höhere Mindesteinsätze um die 10 000 Euro. Der Investor beteiligt sich mit ihrer Hilfe an einem oder mehreren Objekten – meist in einem bestimmten Land. Zu unterscheiden sind auch die Nutzungsarten – Geschlossene Fonds bieten alternativ Beteiligungen an Büro-, Wohn- oder Logistikimmobilien. Der Fondsmantel verschlingt in jedem Fall renditemindernde Gebühren, nimmt dem Investor aber bei planmäßigem Verlauf Ärger mit Mietern und Leerständen ab.

Quelle: www.focus.de

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